Durchschnitt.
Ich habe so Tage, da stört es mich. Durchschnitt sein. Eine 3 auf einer Skala von 6. Absurd eigentlich, weil niemand so wirklich einteilt, wer durchschnittlich ist. Doch mein Innerstes, mein Gefühl ist da manchmal erbarmungsloser.
Jeder sollte doch etwas besonders gut können. So banale Dinge, wie das beste Schinken-Omlett der Welt oder die meisten Menschen mit seiner Anwesenheit glücklich zu machen. Irgendwas, was Ihn von der restlichen Menge unterscheidet. Etwas das bleibt, wenn man alles abzieht, was Standard bedeutet.
So trägt mich eine innere Unruhe etwas zu schaffen, dass morgen auch noch bleibt, wenn ich ginge. Eine Sache, die meine Handschrift trägt, mein Schaffen, die Kreativität des Entstehens. Ich möchte nicht tagein und tagaus leben, nur mit Momenten, die mich im Augenblick erschüttern oder erfreuen. Beständigkeit. Gut oder schlecht, aber mit meinem Inneren, mit mir selbst verbunden.
Ich bewundere Menschen, die singen, die Lieder schreiben oder in einem Film, einer Serie Figuren zum Leben erwecken. Berühren und etwas können, dass andere in Ihrem Sein trägt. In Erinnerungen bleibt. Die sich nicht, wie ich im Wege stehen. Voll mit Zweifeln und einem Anspruch, der jeden guten Moment mit einem schlechten Alltagsaugenblick in die Schranken weist.
Seit ich mein erstes Buch gelesen habe wusste ich, dass ich will auch. Doch andere tun es einfach und stellen nicht jede Zeile, jedes Wort in Frage. Sich selbst und die Tatsache, was Sie im Leben schon erreicht haben. Oft denke ich in solchen Momenten: „Wer bin ich eigentlich?“ Weniger zu erwarten wäre hilfreich. Von mir. Von meinem Leben. Einen Job zum auskommen, eine Wohnung und samstags Einkaufen gehen könnte doch reichen.
Immer dieser Druck. Sich wie ein Versager zu fühlen, wenn man ein gutes Buch liest oder einen guten Film schaut, während die eigenen Ideen abstrakte Vorlagen im Entstehen bleiben. Wo sind da die Grenzen? Der Alltag ist so viel und nimmt Zeit mit sich. Ich selbst strampele dann, lächele und bin auch glücklich, aber es bleiben immer Nachwehen. Ein Verständnis von mir selbst, das mehr will.
Manchmal wünschte ich, ich hätte Talent. Talent, einfach zu machen, was mir gut tun würde. Das diese Momente aushält, wenn ich mich leer und wertlos fühle. Die innere Kraft, welche mich schon aus vielen schweren Lebensschritten rettete, habe ich nicht unter Kontrolle. Sie schrammt mich so oft an den Lebensmomenten vorbei. Wie ein Ertrinkender, der die rettenden Ufer kennt, aber lieber die nächste hohe Welle nimmt.
Vielleicht ist es nur die Angst alt zu werden. Richtig alt und dann dieses Gefühl versagt zu haben nicht mehr unterdrücken zu können. Natürlich bekomme ich Zuspruch und Menschen glauben an mich, aber ich selbst, viel zu selten. Warum ist es so schwierig, Dinge zu tun, die einem eigentlich gut liegen würden? Wir verankern uns im Durchschnitt, weil er der Querschnitt ist von dem, was Sicherheit bedeutet.
Heute wöllte ich wieder einmal nicht Durchschnitt, sondern darüber hinaus in meinen Träumen angekommen sein.


